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Unterschiede Betriebsersthelfer und Betriebssanitäter

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Unterschiede Betriebsersthelfer und Betriebssanitäter

Unterschiede Betriebsersthelfer und Betriebssanitäter

Eine grundlegende Aufgabe eines jeden Unternehmens ist die Sicherstellung einer wirksamen „Erste Hilfe“ im Betrieb. Durch ein präsentes und transparentes Sicherheitskonzept werden betriebliche Abläufe gesichert und zudem signalisiert ein Unternehmen seinen Mitarbeitern und Kunden damit die entgegengebrachte Wertschätzung.

Immer wieder kommt es vor, dass die Position, die ein betrieblicher Ersthelfer einnimmt, mit der eines Betriebssanitäters verwechselt wird. Denn trotz unterschiedlicher Ausbildungswege und Tätigkeiten liegen doch einige Gemeinsamkeiten vor.

Aber zuerst wollen wir Ihnen die Unterschiede vorstellen:

Was ist ein Betriebsersthelfer?
Was ist ein betrieblicher Ersthelfer?
Was ist ein Ersthelfer im Betrieb?

Als allererstes kann man sagen, dass alle o.g. Bezeichnungen das gleiche bedeuten.

Definition: Ein betrieblicher Ersthelfer oder Betriebsersthelfer ist eine Person, die im Rahmen der Rettungskette, die Erst-Maßnahmen einleitet bis die Notversorgung durch den Rettungsdienst erfolgen kann. Die Grundausbildung mit anschließener Weiterbildung erfolgt alle zwei Jahre.

Ersthelfer im Betrieb kann nur sein, wer in „Erster Hilfe“ ausgebildet ist.

Dies kann in einem Erste-Hilfe-Lehrgang (9 Unterrichtseinheiten) bei ermächtigten Stellen durchgeführt werden. Führerscheinneulinge müssen zum Erwerb der Fahrerlaubnis ebenfalls einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, d.h. sie dürfen auch als Betriebsersthelfer fungieren.

Alle 2 Jahre müssen die Ersthelfer eine Fortbildung von nochmals 9 UE absolvieren. Auch dieses Erste-Hilfe-Training können Sie in ermächtigten Stellen durchführen. Hier finden Sie eine Liste  (§ 26 Abs. 2, DGUV Vorschrift 1)

Mindestanzahl der Ersthelfer im Betrieb
(§ 26, DGUV Vorschrift 1):

  • Von 2 bis zu 20 anwesenden Versicherten 1 Ersthelfer

  • Bei mehr als 20 anwesenden Versicherten

    • in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % der Anzahl der anwesenden Versicherten,
    • in sonstigen Betrieben 10 % der anwesenden Versicherten.
  • in Kindertageseinrichtungen 1 Ersthelfer je Kindergruppe

  • in Hochschulen 10% der Beschäftigten.

Die Gebühren für den Lehrgang werden von den Berufsgenossenschaften getragen, d.h. ein Unternehmen hat keine Kosten für die Ausbildung der Betriebsersthelfer. Lediglich Entgeltfortzahlung und Fahrtkosten müssten vom Betrieb übernommen werden.

Möchten Sie gern wissen, welche Aufgaben ein Ersthelfer im Betrieb hat oder welche Kurse ein Betriebsersthelfer belegen muss?
Dann finden Sie hier interessante Infos.

Was ist ein Betriebssanitäter?

Definition: Betriebssanitäter arbeiten überwiegend in großen Unternehmen, auf großen Baustellen und in Betrieben mit einem besonderen Gefährdungspotential. Dort sind sie für die Versorgung von erkrankten und verletzten Personen zuständig und führen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder Notarztes erweiterte Erste-Hilfe-Maßnahmen durch

Im Vergleich zum betrieblichen Ersthelfer sind die Aufgaben und die Ausbildung eines Betriebssanitäters viel umfangreicher. Neben den grundlegenden Maßnahmen der Ersten Hilfe müssen Sanitäter im Betrieb auch Geräte wie Beatmungsbeutel, Sekretabsaugpumpe und Sauerstoffbehandlungsgerät einsetzen können. Zusätzlich ist dieser auch dafür verantwortlich, dass Erste-Hilfe-Mittel und -Räume gewartet und überprüft werden. So kommt es gar nicht erst zu Missständen, die negative Konsequenzen nach sich ziehen können.

Die Ausbildung umfasst einen 63-stündigen Grundlehrgang mit anschließendem 32-stündigen Aufbaulehrgang für den betrieblichen Sanitätsdienst. Alle 3 Jahre erfolgt dann eine geeignete Fortbildung. Beide Lehrgänge kann man bei speziell dazu geeigneten Stellen absolvieren.

Doch in welchen Betrieben sind Betriebssanitäter eigentlich vorgeschrieben? Auch hierbei ist die Anzahl der versicherten Mitarbeiter entscheidend.

Mindestens ein Betriebssanitäter ist erforderlich
in Betrieben (§ 27, DGUV Vorschrift 1) mit:

  • mehr als 1500 anwesenden Versicherten im Unternehmen

  • mehr als 250 anwesenden Versicherten, wenn Art, Schwere und Zahl der Unfälle dies erfordert (hohe Unfallgefahr herrscht),

  • mehr als 100 anwesende Versicherte auf Baustellen.

Ein großer Vorteil des Betriebssanitäter ist es, dass er in der Regel jederzeit erreichbar ist. So soll er in der Lage sein, jeden Einsatzort auf einem Betriebsgelände in kurzer Zeit zu erreichen. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Unternehmer versuchen, den Kosten aus dem Weg zu gehen, die der Betriebssanitäter mit sich bringt.

Gemeinsamkeiten Betriebsersthelfer und -sanitäter?

Genauso wie ein betrieblicher Ersthelfer versorgt auch ein Betriebssanitäter Personen, die am Arbeitsplatz erkrankt sind oder sich verletzt haben, bis der Rettungsdienst oder der Notdienst eintrifft.

Seine Ausbildung ist jedoch deutlich umfangreicher als die des Ersthelfers im Betrieb. So besitzen Betriebssanitäter theoretische und praktische Kenntnisse, die es ihnen im Bereich der Notfallmedizin ermöglichen, medizinische Geräte zu bedienen. Dadurch sind sie mitunter in der Lage, Betriebs- und Notärzten bei der Erstversorgung zu assistieren.

By | 2019-02-01T12:15:32+00:00 Juli 6th, 2018|Allgemein|0 Comments