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Wie werde ich betrieblicher Ersthelfer?

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Wie werde ich betrieblicher Ersthelfer?

Wie werde ich betrieblicher Ersthelfer

Vorab die Info: Die Aus- und Fortbildung zum Ersthelfer im Betrieb wird u.a. von der Berufsgenossenschaft jährlich gefördert. Ganz klar mit dem Ziel, dass jedem Betrieb immer genügend betriebliche Ersthelfer zur Verfügung stehen.

Das bedeutet für Ihr Unternehmen, dass die Lehrgangsgebühren nicht übernommen werden müssen. Die Ausbildungsstellen rechnen direkt mit der VBG ab. Sollten weitere Kosten entstehen, wie Fahrtkosten oder Entgeldfortzahlung, dann muss das jeweilige Unternehmen dies übernehmen.

Ersthelfer im Betrieb sind gesetzlich vorgeschrieben. Ihre Anzahl richtet sich dabei nach Betriebsgröße und dem potentiellen Unfallrisiko. Ein Unternehmen ab zwei Mitarbeitern muss über einen ausgebildeten Ersthelfer verfügen. Ab 20 Beschäftigten kann man grob mit diesen Zahlen rechnen: von den Verwaltungs- und Handelsbetrieben müssen 5% und in allen anderen Betrieben 10% der Mitarbeiter Ersthelfer sein.

Welche Aufgaben hat ein betrieblicher Ersthelfer?

  • Erstversorgung des Verletzten nach einem Arbeitsunfall
  • Alarmierung des Rettungsdienstes
  • Weitergabe relevanter Informationen an den Rettungsdienst
  • regelmäßige Prüfung des Erste-Hilfe-Materials

Welche Kurse muss ein Betriebsersthelfer besuchen?

Anmeldung zum Ersthelferkurs

Wenn Sie entschieden haben oder Sie auserwählt worden sind im Betrieb Ersthelfer zu werden, dann sollten Sie schnellstmöglich zum Ersthelferkurs für Betriebe angemeldet werden. Meist übernimmt die die Anmeldung der Arbeitgeber selber und gibt Ihnen die nötigen Angaben über Ort und Zeit des Kurses. Sollte Ihr Arbeitgeber damit einverstanden sein, können Sie sich natürlich auch, mit schriftlicher Bestätigung des Arbeitgebers, selber anmelden und schauen, wie es Ihnen am besten auskommt.

Grundausbildung zum Ersthelfer im Betrieb

Die Grundausbildung dauert 9 Unterrichtsstunden a 45 Minuten. Normalerweise finden die Kurse bei, von der Berufsgenossenschaft, anerkannten externen Stellen statt, wobei die Ausbilder bei genügend Teilnehmern auch gern den Kurs im Betrieb anbieten.

Die Lehrinhalte basieren auf Vorgaben, die zwischen den Berufsgenossenschaften und Rettungsorganisationen abgestimmt wurden, z. B.

  • Verhalten beim Auffinden einer Person
  • Beachten der eigenen Sicherheit
  • Absetzen des Notrufs
  • Sichern der Unfallstelle
  • Retten aus akuter Gefahr
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verletzung oder Krankheit mit Störung der Lebensfunktion

Grober Ablauf des Ersthelferkurs

Die Aus- und Fortbildungen gliedern sich in theoretische und praktische Lektionen. Zunächst werden den Teilnehmern die notwendigen Kenntnisse in einem Vortrag vermittelt und durch den Ausbilder z.B. an einem Dummy demonstriert. Anschließend können die Teilnehmer ihr neu erworbenes Wissen in praktischen Übungen anwenden.

Zum Abschluss des Lehrgangs erhalten Sie eine Broschüre mit dem Lehrgangsinhalt (BGI 829 Handbuch zur Ersten Hilfe) und eine Teilnahmebescheinigung. Diese sollten Sie im Betrieb einreichen, da Sie sonst nicht als betrieblicher Ersthelfer anerkannt werden können. Zudem sollte für die übrigen Mitarbeiter über einen Aushang bekannt gegeben werden, dass Sie nun im Notfall zuständig sind.


Tipp!

Da Führerscheinneulinge, nach §19 der Fahrerlaubnis-Verordnung,
inhaltlich und von der Dauer (9 UE) her den gleichen
Erste-Hilfe-Kurs machen müssen, können sie ebenfalls als
Ersthelfer im Betrieb fungieren. Allerdings darf dieser Kurs
nicht länger als zwei Jahre zurückliegen.

 


Schon gewusst?

Ein betrieblicher Ersthelfer ist ein ausgebildeter Laie,
der bei einem Unfall am Arbeitsplatz die Versorgung des
Verletzten übernimmt, bis das medizinische Fachpersonal
zur Stelle ist. Sein Handeln dient dabei stets der Abwehr
akuter Gesundheits- und Lebensgefahren.

 

Spezielle Weiterbildung als betrieblicher Ersthelfer

Ist absehbar, dass Sie aufgrund Ihres Arbeitsplatzes zukünftig mit Verletzten zu tun haben, die mit Substanzen in Berührung gekommen sind, die als Gefahrstoffe deklariert werden, reichen die neun Unterrichtseinheiten als Qualifikation zum Ersthelfer nicht aus.

In diesem Fall benötigen Sie laut § 26 Absatz 4 zusätzlich eine spezifischere Unterweisung, die Sie speziell auf den Umgang mit Verletzungen vorbereitet, die durch den Kontakt mit Gefahrstoffen entstanden sind. Diese Schulung wird nicht durch die Träger der Unfallversicherung angeboten, sondern kann im Unternehmen vor Ort durch den Betriebsarzt erfolgen.

Die Weiterbildungsprogramme sind dementsprechend eng auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten. Der Betriebsarzt sollte die Ersthelfer darüber informieren, mit welcher Art von Gefahrenstoffen sie es zu tun bekommen könnten, wie diese wirken und wie sich die Helfer selbst davor schützen können.

Wer bietet Kurse für Ersthelfer an?

Die Aus- oder Fortbildung für Ersthelfer in einer Firma kann nur in dafür von den Unfallversicherungsträgern berechtigten Stellen absolviert werden. Neben den zahlreichen Hilfsorganisationen, wo die Arbeitgeber ihre angehenden Ersthelfer für Kurse an den jeweiligen Standorten anmelden können, gibt es noch weitere ermächtigte Stellen, die auf der Website der DGUV einsehbar sind.

Hilfsorganisationen, die für die DGUV Ersthelfer ausbilden sind z.B.

  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
  • Arbeiter Samariter Bund
  • Johanniter Unfall Hilfe
  • Malteser Hilfsdienst

Wer zahlt die Ausbildung zum Ersthelfer im Betrieb?

Ein betrieblicher Ersthelfer ist Pflicht für Unternehmen, bei denen sich zumindest zwei versicherte Mitarbeiter gleichzeitig auf dem Firmengelände aufhalten. Da der Gesetzgeber damit den Arbeitgeber in die Pflicht nimmt, hat dieser grundsätzlich auch die Kosten für die Aus- und Fortbildung seiner Ersthelfer zu zahlen – könnte man glauben.

Die Kosten für die Erste-Hilfe-Kurse setzen sich wie folgt zusammen:

  • Lehrgangsgebühren
  • Reisekosten und Vergütung des Zeitaufwands der Teilnehmer

Die Lehrgangsgebühren der Ersthelfer werden von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen. Doch was ist mit den Reisekosten, bleiben die Teilnehmer selbst auf den Kosten sitzen? Nein, in der Regel übernimmt der Betrieb die Ausgaben für die Reise und entschädigt seinen Ersthelfer für die Zeit, in der dieser den Lehrgang besucht hat.

By | 2019-02-01T12:15:46+00:00 Juni 25th, 2018|Allgemein|0 Comments