Wie viele Ersthelfer und Sicherheitsbeauftragte müssen im Unternehmen vorhanden sein?

Wie viele Ersthelfer

Was ist der Unterschied zwischen Ersthelfer und Sicherheitsbeauftragter im Betrieb?

Betrieblicher Ersthelfer: ist eine Person, die im Rahmen der Rettungskette, die Erst-Maßnahmen einleitet bis die Notversorgung durch den Rettungsdienst erfolgen kann. Die Grundausbildung mit anschließener Weiterbildung erfolgt alle zwei Jahre.

Sicherheitsbeauftrager: ist eine Person, die den Unternehmer bei der Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung unterstützt. Insbesondere sollen sie die Arbeitsplätze und das Arbeitsumfeld beobachten und prüfen, ob die vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen und -ausrüstungen vorhanden sind.

Das Arbeitsschutzgesetz gibt vor!

Die wichtigste BG-Vorschrift ist die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“, die beinhaltet und konkretisiert, welche Anforderungen ein Unternehmen im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu berücksichtigen hat. Kurz gesagt ist das Ziel der Prävention, Arbeit gesund und sicher zu gestalten.

Wie viele Ersthelfer müssen im Betrieb vorhanden sein?

Als allererstes ist es schön zu wissen, dass die Berufsgenossenschaften die Aus- und Fortbildung von betrieblichen Ersthelfern fördern. Natürlich mit dem Ziel, dass genügend Unternehmen ausgebildete Betriebsersthelfern zur Verfügung stehen.

Das Gesetz gibt vor, dass bei jedem Betrieb mit 2-20 Mitarbeitern ein betrieblicher Ersthelfer vorhanden sein muss. Hat das Unternehmen mehr als 20 Beschäftigte, müssen, je nach Branche, 5-10% der Mitarbeiter zum Ersthelferteam gehören.

Die unterschiedlichen Anforderungen an die Betriebe, was die Zahl der Ersthelfer betrifft, erklärt sich damit, dass die Unfallgefahr für Verwaltungs- und Handelsberufe deutlich geringer ist als in anderen Branchen. Außerdem sind die Unfälle, in der Regel, weniger dramatisch.

Zu den anderen Betrieben, die mehr Ersthelfer stellen müssen, zählen Hochschulen, Handwerks-, Transport- oder Produktionsbetriebe. An Arbeitsplätzen, an denen das Verletzungsrisiko höher ist, braucht es demnach mehr Ersthelfer. Auch außerhalb des Betriebsgeländes hat die Firmenleitung dafür zu sorgen, dass bei außerbetrieblichen Arbeiten Ersthelfer zur Verfügung stehen. Auf der Baustelle z.B. sind Unfälle keine Seltenheit, was wiederum den Einsatz einer größeren Zahl an Helfern rechtfertigt.

Ab welcher Anzahl von Mitarbeitern braucht ein Unternehmen Sicherheitsbeauftragte?

Im §22 des Sozialgesetzbuches VII. heißt es, dass in Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten der Unternehmer einen Sicherheitsbeauftragten zu bestellen hat. Handelt es sich hingegen um Unternehmen, in denen besondere Gefahren für Leben und Gesundheit bestehen, so kann die BG auch mehr Sicherheitsbeauftragte verlangen.

Auch die Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ beschäftigt sich mit den Sicherheitsbeauftragten. Grob gesagt brauchen Betriebe mit 21-50 Beschäftigten einen Sicherheitsbeauftragten. Von ca 51-100 Beschäftigten zwei Sicherheitsbeauftragte, usw.

ersthelfer

Damit Sie sicher gehen können, dass genügend Sicherheitsbeauftrage (SiB) im Betrieb vorhanden sind, gelten diese 5 verbindlichen Kriterien laut DGUV Vorschrift 1:

  • Im Unternehmen bestehende Unfall- und Gesundheitsgefahren

Je mehr potenzielle Gefährdungen vorhanden sind, desto mehr Sicherheitsbeauftrage müssen in einzelnen Bereichen sein.

  • Anzahl der Beschäftigten

Grundsätzlich gilt, dass jedes Unternehmen ab 2 Mitarbeiter einen Sicherheitsbeauftragen stellen muss. Ab 21 Mitarbeiter müssen mehr Betriebssanitäter vorhanden sein, die auch, wenn möglich, alle betreuten Beschäftigten persönlich kennen sollten. Info nebenbei: Die betreuten Kinder in Tageseinrichtungen gelten nach § 22 SGB VII als „Beschäftigte“. Dementsprechend muss dort auch die Anzahl der SiB in der Einrichtung vorhanden sein.

  • Räumliche Nähe

Die Sicherheitsbeauftragten sollen als Ansprechpartner für jeden Mitarbeiter erreichbar sein. Arbeiten die Beschäftigten an unterschiedlichen Arbeitsplätzen oder verschiedenen Standorten, so muss geprüft werden, ob die SiB auch dort tätig werden können. Ansonsten müssen mehr ausgebildet werden.

  • Zeitliche Nähe

Betrifft speziell Betriebe mit Schichtarbeit. Es sollte möglichst in jeder Schicht ein SiB vorhanden sein oder zumindest sollte gewährleistet sein, dass die Mitarbeiter jederzeit mit einem Sicherheitsbeauftragten Kontakt aufnehmen können.

  • Fachliche Nähe

Unternehmen sollten bei der Auswahl der SiB darauf achten, dass diese die Mitarbeiterstruktur und die Gefährdungspotenziale der Arbeitsbereiche kennen. Sprich, dass Sicherheitsbeauftragte in der Lage sein sollten, die Tätigkeiten im jeweiligen Arbeitsbereich einzuschätzen.

Alle Kriterien müssen gleichrangig erfüllt sein. Der Unternehmer legt auf der Grundlage der genannten Kriterien die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten fest.