Einzelarbeitsplatz
Regeln und Vorschriften
Checkliste Alleinarbeit

Das Wohlergehen des Personals ist für Unternehmen ein unverzichtbarer Bestandteil der gesunden Unternehmenskultur. Die Beherrschung und Minimierung von Gefahren und Risiken für Alleinarbeiter, die außerhalb der Ruf- und Sichtweite von Kollegen/Kunden arbeiten, ist dabei individuell zu betrachten. Alleinarbeit ist branchenübergreifend und in vielen Berufsfeldern sind Einzelarbeitsplätze üblich. In der Regel sind es Arbeiten bei denen ein abgelegener Einzelarbeitsplatz vorliegt oder eine erhöhte Unfallgefahr bzw. Konfliktpotenzial besteht. Einige Beispiele sind Außendienstmitarbeiter, Personal im Home-Office, Instandhalter, Industriearbeitsplätze oder Arbeitsvermittler, jedoch ist Alleinarbeit in fast jedem Berufszweig denkbar.  Die allumfassende Frage dabei ist, wie schütze ich meine Alleinarbeiter effizient und komme dabei meiner Fürsorgepflicht ringsum nach?

Staatliche Arbeitsschutzvorschriften, Regeln der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, Richtlinien des Europäischen Rates, Europäische Normen, DGUV Informationen/Regeln, Empfehlungen der Berufsgenossenschaften, Mobile Security Anforderungen und viele weitere Leitfäden sind bei der Auswahl der passenden Alleinarbeiterschutz-Meldeeinrichtung/ Personen-Notsignal-Anlagen eine Hilfestellung, jedoch sind diese Informationen nicht immer leicht zu filtern und zu beurteilen. Aus diesem Grund geben wir Ihnen im weiteren Verlauf eine Richtschnur zur geeigneten Absicherung Ihrer Alleinarbeiter an die Hand.

Checkliste Alleinarbeit

Bei der Einstufung der Gefährdung Ihrer Alleinarbeiter müssen Verantwortliche die Risiken der Tätigkeiten und des Arbeitsumfelds mit Hilfe der Gefährdungsbeurteilung ermitteln und für geeignete technische und/oder organisatorische Personenschutzmaßnahmen sorgen. Die Gefährdungsbeurteilung beinhaltet drei Faktoren.

1. Der Grad der Gefährdung bei der zu verrichtenden Arbeit (GZ):

  • Gering (im Notfall bleibt der Alleinarbeiter handlungsfähig)
  • Erhöht (im Notfall ist der Alleinarbeiter eingeschränkt handlungsfähig)
  • Kritisch (im Notfall ist der Alleinarbeiter handlungsunfähig)

2. Die Wahrscheinlichkeit eines Notfalls (NW):

  • Gering (Notfall ist nicht zu erwarten oder ist nicht bzw. kaum vorgekommen)
  • Mäßig (Notfall ist möglich oder gelegentlich vorgekommen)
  • Hoch (Notfall ist zu erwarten oder ist wiederholt vorgekommen)

3. Zeitraum bis zum Beginn der Erstversorgung bzw. bis zum Eintreffen der Ersthelfer (EV):

  • Kurz (< 5 Minuten)
  • Mittel (5 – 10 Minuten)
  • Lang (10 – 15 Minuten)

Diese drei Faktoren der Gefährdungsbeurteilung gilt es mit Ziffern zu bewerten. Der Wertebereich liegt für 1.) GZ und 2.) NW zwischen 1 (gering) bis 10 (hoch) je nach Gefahreneinschätzung. Und für 3.) EV wird von 0 (kurz) bis 2 (lang) bewertet.

Durch die Formel (GZ + EV) x NW ergibt sich der Risikowert (RW). Ein Minimum RW von 1 bedeutet, dass keine Maßnahmen zur Absicherung des Alleinarbeiters getroffen werden müssen. Ein Maximum RW von 120 bedeutet, dass ohne Gegenmaßnahmen ein Alleinarbeitsverbot gilt. Bereits ab einem RW > 30 müssen geeignete technische und/oder organisatorische Personenschutzmaßnahmen für den Einzelarbeitsplatz getroffen werden, ansonsten ist Alleinarbeit nicht zulässig. Die Berechnung und Beurteilung des Risikos aus der Gefährdungsbeurteilung wird in der DGUV-Regel 112-139 »Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen« im Detail beschrieben.

Grundsätzlich von Alleinarbeit ausgeschlossen sind:

  • Unter 18-Jährige und schwangere Frauen
  • Mitarbeiter mit chronischen Erkrankungen
  • Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen
  • Mitarbeiter mit Verdacht auf eine Suchterkrankung
  • Mitarbeiter mit erhöhten Gesundheitsrisiken

Alleinarbeiterschutz Maßnahmen zur Risikominimierung

Gemäß dem berechneten Risikowerts sind technische (wie Man Down Systeme) und organisatorische (z.B. Alarmpläne/Notfallpläne) Personenschutzmaßnahmen zu treffen. Je höher die Gefährdung/ der Risikowert, desto höher sind die Ansprüche an die durchzuführenden Maßnahmen. Dabei ist festzuhalten das Alleinarbeit generell vermieden werden sollte, sobald eine kritische Gefährdung für die Beschäftigten am Einzelarbeitsplatz vorliegt. Die Gefährdung und besonders die Notfallwahrscheinlichkeit sollte stets verringert werden.

Auswahlmöglichkeiten von Meldeeinrichtungen/Totmanneinrichtungen:

Telefon, stationäre Rufanlage, schnurloses Telefon, Mobiltelefon, Sprechfunkgerät, zeitgesteuerte Kontrollanrufe/Intervallkontrolle, Totmannschaltung/Totmannschalter, Totmannwarner, Mobile Security, ständige Kameraüberwachung, Personen-Notsignal-Anlagen oder eine Alleinarbeiterschutz-App sind einige der zu wählenden Meldeeinrichtungen.

Organisatorische Maßnahmen:

Rettungskette und Erstversorgung organisieren, Alarmpläne und Notfallpläne organisieren, sichere Arbeitsumgebungen und Schutzausrüstung bereitstellen, Anweisungen erstellen, Beschäftigte unterweisen, die regelmäßige Prüfung der gewählten Meldeeinrichtung und Kontrollgänge sind bei jeder Form der Alleinarbeit sicher zu stellen.

Totmannmelder und Alleinarbeiterschutz App

Diese Einrichtungen werden im Notfall durch Beschäftigte ausgelöst oder lösen bei deren Handlungsunfähigkeit selbstständig aus. Willensabhängige Alarmierungen eines Alleinarbeiters werden häufig mittels Notknopf abgesetzt z.B. ein stiller Alarm bei aggressiven Übergriffen. Bei willensunabhängigen Alarmierungen triggert die Sensorik eines Smartphones oder des Alleinarbeit-Geräts den Notruf z.B. Totmann Alarm bei Bewusstlosigkeit. Ein allumfassendes Alleinarbeiterschutzsystem verfügt über Bewegungslosigkeitserkennung /Ruhealarm, Sturzerkennung und Intervallüberprüfung oder Kontrollanrufe. Mit dieser Auswahl erfüllen Sie BG-Konform die Fürsorgepflicht Ihrer Alleinarbeiter und breit aufgestellte Anbieter wie MultiBel bieten mit dieser Auswahl zertifizierte Man Down Systeme für nahezu alle Anwendungsbereiche.

Lokalisierung und Kontaktaufnahme über die Totmannwarner App

Meldeeinrichtungen bzw. Totmannschalter/Totmannmelder übermitteln den Standort des Alleinarbeiters über GPS bis auf wenige Meter genau. Die GPS-Koordinaten sind bei Einzelarbeitsplätzen im Freien bzw. bei wechselnden Arbeitsumfeldern ausreichend. Ist ein Alleinarbeiter jedoch im Innenraum beschäftigt, ist der GPS-Standort nicht zielführend für die Ersthelfer. In einem Großraumbüro über mehrere Stockwerke oder in großen Lagerhallen wäre die Suche nach dem Verunglückten Alleinarbeiter reine Spekulation. Für die Innenraumortung sind Bluetooth-Sender eine Option, diese erfordert jedoch zusätzliche teure Hardwareinvestitionen. Anbieter wie MultiBel, die sich dem Alleinarbeiterschutz widmen, lokalisieren die Innenposition eines Alleinarbeiters mithilfe von WLAN-Routern (BSSID). Zusätzlich gibt die Totmannschaltung/Totmannmelder ein lautes Signal von sich, so dass sich Rettungsdienste zusätzlich anhand des akustischen Totmann Alarms orientieren können. Eine ausreichende Mobile Security Meldeeinrichtung verfügt zusätzlich über den Aufbau einer Sprachverbindung zum Verunfallten. Dabei wird in der Regel entschieden, ob eine sprechende und/oder hörende Verbindung zur gefährdeten Person (1-Wege- oder 2-Wege-Kommunikation) aufgebaut wird. Bei dem Absetzten eines stillen Alarms z.B. im Falle einer Bedrohung, wird eine hörende Verbindung aufgebaut. In diesem Szenario verringert eine diskrete Alarmierung das Eskalationspotenzial und der Alarmierte kann durch rein hören in die Situation bessere Folgeentscheidungen treffen. Eine hörende und sprechende Verbindung ist eine häufige Wahl bei willensunabhängigen Alleinarbeiter Alarmen bzw. Man Down Systemen. Dabei wird über die Totmanneinrichtung automatisch Kontakt zum Alleinarbeiter aufgenommen, sobald der Verunglückte bei Bewusstsein ist, hilft der direkte Kontakt bei der Situationsbewältigung und gibt dem Verunglückten das Gefühl nicht allein in der Situation verharren zu müssen.

Rettungskette bei einem Alleinarbeitervorfall

Das Organisieren der Rettungskette ist ein wesentlicher Faktor bei der Erstversorgung von Alleinarbeiter Notfällen. Dabei ist Punkt 3 der Gefährdungsbeurteilung ausschlaggebend. Der Zeitraum bis zum Beginn der Erstversorgung bzw. bis zum Eintreffen der Ersthelfer sollte so gering wie möglich ausfallen. Hierbei ist zu beachten, ob Kollegen in der Nähe alarmiert werden und Folgemaßnahmen treffen oder ob eine Notruf- und Service-Leitstelle (NSL) für die Versorgung eingeschaltet wird. Dabei können auch Kombinationen oder Eskalationsverfahren festgelegt werden. In keinem Fall sollte die Zeit bis zur Erstversorgung 15 Minuten überschreiten. Häufig wird hier über eine Anwesenheitsregistrierung der Totmannschaltung ermittelt welche Kollegen sich in der Nähe des Verunglückten befinden, um die Rettungskette effizient zu gestalten.

Ihr Partner für den Alleinarbeiterschutz

Die Angebotspalette der Alleinarbeiterschutz-Anwendungen ist vielfältig. Alleinarbeiterschutz Software oder Hardware? Zu Beginn sollten Sie eine ausführliche Online-Recherche betreiben und dabei die wichtigsten Anforderungen für Ihren Alleinarbeiter fokussieren. Bei der Auswahl sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Erfahrungen und Referenzen des Anbieters legen. Ein weiterer Maßstab sind die erlangten Zertifizierungen des Mobile Security Anbieters. Im nächsten Schritt sollten Sie einen unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren, um herauszufinden wie es um die Expertise Ihres Ansprechpartners gestellt ist. In der Regel findet man in diesem Gespräch schnell heraus, ob man sich mit dieser Wahl den richtigen Fachmann ins Boot holt.

Unsere Experten beraten Sie gerne ausführlich in Bezug auf Ihre Alleinarbeiterschutz-Lösungen

Vereinbaren Sie einen Termin für eine unverbindliche Beratung oder eine Onlinepräsentation des MultiBel Man Down Systems!

    Gemeinde Schagen: A. van Egmond

    Wir verwenden MultiBel für die Ersthelfer und das Notfallteam. Das System kann durch Drücken einer Notfalltaste, durch Auslösen des Feueralarms oder durch Melden eines Notfalls an der Rezeption aktiviert werden.

    Gemeinde Den Helder: M. Bakker en R. Wierda

    MultiBel erfüllt nach wie vor unsere Erwartungen, ein gutes Produkt mit gutem Support und einer guten Implementierung. Elemente wie die Testmodi deuten darauf hin, dass die Anwendung des Produkts und seiner Benutzer gut durchdacht ist.

    Gemeinde Tholen: J.C.A. Moerings

    Die Auslieferung von MultiBel verlief gut. Eine klare Einführung wurde vor Ort gegeben, und das System wurde in funktionsfähigem Zustand geliefert. Die Personen, die aufgerufen werden, haben die App selbständig mit Hilfe des Handbuchs installiert. Bei Bedarf ist der Helpdesk leicht zugänglich.

    Hazera Seeds BV: J. Trienes

    Das System funktioniert einfach und bequem. Seit kurzem ist auch die englische Anwendung verfügbar.

    K. Hedke

    Als Sicherheitsingenieurin kann ich das Multibel-System sehr empfehlen, da es für eine Vielzahl von Anwendungsgebieten geeignet ist. Diese reichen von der sicheren Organisation des Alleinarbeitsplatzes, über Erste Hilfe und Brandschutz bis hin zur Haustechnik. Durch das flexible Modulsystem findet jedes Unternehmen branchenübergreifend das individuell passende Produkt. Die unkompliziert und gut funktionierende Technik gefällt den Anwendern. Bei Bedarf ist die Unterstützung durch die kompetenten und freundlichen Mitarbeiter*innen jederzeit gewährleistet!

    Anonymous

    'Nach akuten Problemen mit dem Alarm man-down landete ich bei Multibel. Aufgrund der schnellen Reaktion von Multibel wurde mir schnell ein neues Man-down-System zur Verfügung gestellt. Nach einigen weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass Multibel Lösungen für verschiedene Probleme im Zusammenhang mit dem bestehenden Alarmprozess anbot. Flexibel, benutzerfreundlich und klar sind die Schlüsselwörter, die Multibel kennzeichnen.'